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Dienstag, 10. Januar 2017

Jetzt schon an den Sommer denken ...

... und in Farbe schwelgen.

Gewebe in Falttechnik (Doppelbreit), habe ich immer wieder mal gemacht. Wie der Name schon sagt, wird das Gewebe quasi doppelt gelegt gewebt, die untere Seite wird dabei blind gearbeitet.
Auf einem Webstuhl mit 4 Schäften, ist es möglich ein Gewebe in Leinwandbindung herzustellen, das doppelt so breit wie der Webstuhl ist. Möchte man ein solches Gewebe in Köperbindungen herstellen, benötigt man einen Webstuhl mit 8 Schäften und gut sortierte Füße, denn in meinen Augen benötigt man dort die meiste Konzentration.
Mein Webstuhl wurde ja wie mehrfach erwähnt, umgebaut und nun bin ich in der Lage Gewebe von einer max. Breite von knapp 2 Meter und beliebiger Länge her zu stellen.
Die vielen immer wieder kehrenden Nachfragen nach Manteltücher haben mich zu diesem Umbau bewogen. Mein Plan ist, Manteltücher ohne Borte her zu stellen, gerne schon mit seitlichen Schlaufen, an die Ihr selbst Eure Borten anweben könnt. Erst einmal nur in 2/2er Köper.

Als Warmup ist diese leichte Sommerdecke entstanden, das Material ist in der Kette aus feinem Merino und im Schuss aus Merino/Baumwollgemisch. Gedacht ist sie für die heißen Tage des Jahres, wenn es für normale Decken zu warm ist.
Der Farbverlauf entstand durch das Vermischen, von sehr feinen mehrfach gebündelten Garnen und geht von Flamingo über Kirschrot zu Orange. Größe 1,40m x 2m.


Dienstag, 3. Januar 2017

Neuerungen im Shop

Hallo Ihr Lieben,
ich wünsche Euch Allen ein frohes neues Jahr ! Da ich ja nicht alle Leser über FB erreiche, gibt es hier noch mal den selben Post, wie drüben.
Wie das so ist, es gibt zum Jahrebeginn Neuigkeiten/Neuerungen. Einige sind gewollt - mein Webstuhl ist umgebaut, andere sind ungewollt : Dawanda erhöht ab 16 Jan. 2017 die Gebühren, und zwar heftig.
Viele Shops wollen schließen, ich gebe zu, auch ich habe überlegt weg zu gehen, habe mich dann aber da gegen entschieden, damit Ihr mich auch weiterhin findet, wie Ihr es gewohnt seid.
Allerdings werde ich den Shop schmaler machen, die Nähgarne werde ich zu Gruppen zusammen fassen, ganz knapp kalkulierte Sachen, wie Beutelchen, aufwendige Taschen und die Mützen werde ich ganz aus dem Shop heraus nehmen. Diese Dinge werde ich dann auf den Messen oder auf Zuruf anbieten.

Zu den Neuerungen in meiner Werkstatt melde ich mich demnächst, zur Zeit arbeite ich mich immer noch ein, Gut Ding will Weile haben.
Herzliche Grüße
Silvia

Sonntag, 25. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016

Während die Umbaumaßnahmen am Webstuhl fertig sind, und das System eingearbeitet wird, mag ich auf das Jahr zurück blicken. Eigentlich habe ich das Gefühl nichts als Schultertücher gewebt zu haben. Gut das ständig Fotos mache, sonst hätte ich das noch geglaubt.
Hier eine Auswahl der schönsten Stücke.

Begonnen hat das Jahr mit einem Projekt, das ich schon ewig machen wollte, den Schal der Huldremose Frau :
da der Aufzug und das auslesen des unregelmäßigen Karomuster aufwendig war, habe ich das Tuch mehrmals auf einer Kette gewebt

Wie ich das immer mache, gab es im Anschluss weitere Stücke, damit sich das einrichten des Webstuhls lohnt.

Ein weiteres Projekt das ich machen machen wollte, ist ein Gewebe das in den Publikationen von Frau Inga Hägg als Zottengewebe bezeichnet wird. Es sind mehrere Macharten nachgewiesen, eine würde ich als Webpelz bezeichnen.


Einen Extendet Tabby oder erweiterte Leinwand hat mich auch gereizt. Diese Stoffart taucht an mehren Orten im Spätmittelalter auf, und muss große Mode gewesen sein.
Als Warm-up sind einige Minidecken entstanden:

Um dann als Tuchbahn über einige Meter, gut von von der Hand zu gehen:



Danach gab es zur Entspannung, schlichte Tücher in Edelfasern, nach freiem Entwurf und Farbgestaltung damit die Kreativität nicht verkümmert.




Ein Muster aus dem Frühmittelalter stand auf dem Plan.


Ein Muster das durch die Varaitionsmöglichkeiten, zum spielen eingeladen hat.


Manchmal fehlt es Darstellern an Kleinigkeiten die fehlen um ein stimmiges Bild ab zu geben, so wie hier eine Schärpe getragen unter dem Gürtel und Schwertgehänge, und die für den richtigen Sitz der Kleidung sorgt.



Einmal im Jahr mache ich auch Beinwickel, eine wirklich aufwendige, lästige Arbeit. Ich mache sie nur auf Anfrage und auch nur ganz wenige Paare.


Schultertücher, ich habe sie nicht gezählt und es sind auch nicht alle im Bild.


Das Jahr endet wie es begonnen hat, mit Schaltüchern, die man als Allwetterschleier oder als Fokale tragen kann, diesmal in Diamantköper/Fischgrat



Vielen Dank Euch Lesern, weil Ihr immer wieder hier rein schaut. Habt frohe Restfeiertage und einen guten Start ins neue Jahr. Bleibt oder werdet gesund, bewahrt Euch den Blick fürs Schöne und freut Euch an Kleinigkeiten. Alles Gute !


Dienstag, 13. Dezember 2016

Rollmäppchen Handgewebt

Einmal ganz etwas Anderes:
2 Rollmäppchen für Stifte, Häkelnadeln, oder Wasauchimmer aus einem handgewebtem Stoff, der auf seine besondere Verwendung gewartet hat.

Die Kette ist Wolle, als Schuss wurden Wolle, Baumwolle und Effektgarne unbekannter Zusammensetzung mit ein wenig Glitzer und Farbeffekten verarbeitet.

Gehalten werden die zukünftigen Bewohner von einem schwarzen Gummiband, verschlossen wird das Mäppchen mit einem rot eingefärbtem Permuttknopf.
Größe 44 x 22cm
Platz für 23 Dinge

Besonders gut gefallen mir die Filzstifte in dem Mäppchen, die Farben der Stifte sich dezent wiederholen im Gewebe, das Schwarz bringt die Farben zum leuchten und laden zum zeichnen ein.

Dienstag, 6. Dezember 2016

neues am Webstuhl (Anleitung Spulenregal)

Hier war es in der letzten Zeit ruhiger als sonst, zum einen siehe Überschrift, zum anderen habe ich wirklich viele Schultertücher hintereinander weg gewebt, das wäre langweilig alle zu zeigen, obwohl ich jedes Einzelne davon mag. Aber nun kommt mir der Diamant Köper an den Ohren heraus, und ich freue mich auf Neuland.

An meinem Webstuhl gibt es einige Neuerungen, die Wichtigste : bald kann ich Köper Gewebe bis zu 2m Breite herstellen, statt bisher in max 1m.
Stellt Euch eine Tischdecke vor, die einmal längst doppelt liegt, genau so liegt das Gewebe am Webstuhl, die untere Seite wird also blind gearbeitet. Das werde ich üben müssen, es könnte also dauern bis ich hier etwas davon zeige.

Der Webstuhl ist nun so umgebaut, das die Kette direkt auf den Webstuhl geschert wird, statt zuerst auf einen Kettbaum. Aleitungen wie das geht, gibt viele im Netz. Am meisten hat mir die von Helga Jossen geholfen.
http://helgaswebstube.ch/tk/Direktzettel.pdf 
Danke liebe Helga !

Einiges Zubehör wurde bei Künzls bestellt, einiges selbst gebaut (bauen lassen,besten Dank an meine Männer
Wie das so ist, wenn man viel investiert hat, irgendwann ist der Etat aufgebraucht, und immer noch nicht alles da. Ich habe einige Tage gegrübelt, mir viele Spulenregale im Netz an geguckt, und dann war der Plan eigendich ganz einfach und schnell umgesetzt. Das Beste ist, das Material ist für um die 10€ zu haben und so simpel, das es schnell nach zu bauen ist, das Teil ist klappbar und gut zu verstauen.

Der Bock ist im Bild nicht voll ausgeklappt, voll ausgeklappt hat das Regal einen sicheren Stand


Einkaufszettel:
1 Klappbock aus Holz, gibt es für um die 6€ im Baumarkt
2 Billigleisten 3m/0,60€
einige Rundhölzer (hatte ich noch als Bäumleisten, die ich ja jetzt nicht mehr brauche)
Schrauben, am besten Spax, die mit den Zähnchen

Werkzeug:
Säge
Bohrmaschine oder Akkuschrauber
Schraubendreher oder Akkuschrauber

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Schaltücher

Einige Schaltücher sind entstanden, sie sind vielseitig einsetzbar, vom Allwetterschleier über Focale in der Darstellung, zum Winterschal für den Alltag.
Ich lasse einfach Bilder sprechen, die Stücke die noch zu haben sind, befinden sich im Shop, dort stehen auch Preise, Maße und Färbungen.









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Dienstag, 22. November 2016

Handtücher

Aus der Kategorie Luxus für Leute die schon alles haben, könnten diese handgewebten Reisehandtücher sein.
Sie sind etwas dicker als Geschirrhandtücher, so groß das man die wichtigsten Körperstellen blickdicht verpacken kann, das man sich drauf legen kann, dünn genug um sie klein zusammen zu rollen, sie sind relativ fix trocken, und komplett abtrocknen kann man sich damit auch. Ideal für Wanderungen, oder andere Aktivitäten mit kleinem Gepäck.
Das Material ist Baumwolle, zum Teil auch Leinen. Hier ein Stück aus einer Kleinserie. In den nächsten Tagen werde ich sie in meinen Shop bei Dawanda packen.
Die Idee ist von Wilde Webe  in Kiel und mit deren freundlicher Erlaubnis ich darf ich sie nutzen.




Passend zum großen Tuch gibt es noch 2 kleine Tücher mit Schnur als Aufhänger

Sonntag, 13. November 2016

Lindenbast

Beim Spaziergang im Wald ums Eck, habe ich eine junge gefällte Linde entdeckt. Die Rinde hing schon auf Streifen, und die Bastschicht war wunderbar ab zu schälen.



Lindenbast - da war doch was ?

Lindenbast ist ein ganz alter Werkstoff. Schon in der Steinzeit wurden einfache Gewebe daraus gefertigt. Verwendung fanden sie als Behältnisse, Schuhwerk, aber auch Wetterschutz, indem man zusätzliche Gräser einflocht.
Gelesen habe ich das hier, bei Anne Reichert :
Textiles Material in der Steinzeit

Ein schönes Video wie der Bast gewonnen wird, gibt es ganz ohne Worte hier :
http://webtv.vikingeskibsmuseet.dk/?poditemid=33530&tagsid=&soegeord=
(herzlichen Dank an Idunn fürs finden und teilen)

Und noch ein Fang aus dem Netz von
http://derstandard.at/2000047254792/Auf-Biegen-und-Brechen-Ein-Bastseil-aus-Hallstatt-im-Haertetest

Also erst mal ab ins Wasser mit meiner Beute, jetzt im Winter,da darf das in einer verträumten Garten Ecke vor sich hin arbeiten. Daraus sollen kleine Fühlproben werden, die meine Textilmappe bereichern sollen. In meiner Textilmappe zeige ich eine kleine Auswahl an handgewebten Stoffen quer durch die Epochen, die auch angefasst werden können.

Donnerstag, 3. November 2016

Einfacher Mantel

Als Grundlage für dieses kleine Projekt dient ein Fehlkauf. Ein 1m x 1,40m großes Stück Stoff, dicht gewebt, gewalkt und leicht aufgerauht."Was mache ich da jetzt mit?" meinte ein Freund.

Das ursprünglich weiße Tuch ist in Schwarznussschalen mittels Heißfärbung eingefärbt. Geplant haben wir einen kleinen Mantel.
Mäntel dieser Machart finden über einige Epochen in Buchmalereien und Figürlichen Darstellungen, oft in Zusammenhang mit körperlichen Einsatz. Sie sind Ärmellos, benötigen ein Minimum an Stoff, und bieten erstaunlich viel Bewegungsfreiheit. Ein idealer Allwetterschutz, der schnell über geworfen ist.

Der Schnitt ist sehr einfach, die Bahn Stoff wird doppelt geschlagen und hinten am Rücken zusammen genäht. Die Kopföffnung wird als Halbkreis ausgeschnitten, die Kapuze ist ebenfalls ein Stück, das in die Kopföffnung eingenäht wird.




















Zugegeben, ein klein wenig größer hätte der Mantel ausfallen dürfen.

Vielen Dank an Banky*,Rübi* und meinem Mann fürs Modell stehen und Bilder machen.
(*auf Wunsch mit Spitznamen genannt)

Montag, 31. Oktober 2016

Schwarznuss, Juglans nigra

Die Schwarznussbaum ist ein imposanter Baum, er wird noch größer als der Walnussbaum, weshalb er oft nur in großen Parks zu finden ist. Seine Früchte sind so groß wie kleine Orangen und auch so geformt. Ihre grüne Schutzhülle ist sehr dick und hat hohe Farbkraft. Die eigentliche Nussschale lässt sich nur mit allergrößten Aufwand knacken und der Nusskern hat einen leicht ranzigen Nussgeschmack mit einem Abgang von Rum.

die Nuss, so wie sie vom Baum fällt

Um einen Färbesud zu erhalten, kann man die ganze Frucht in den Topf werfen. Es lässt sich kalt oder heiß färben, eine Vorbeize ist nicht erforderlich. Ist die Flotte schön satt, erhält man im ersten (heißen) Durchgang ein sattes Mokkabraun. Die zweite und alle weiteren Flotten sehen einer Walnussfärbung zum verwechseln ähnlich. Kein Wunder, das Farbpigment ist bei beiden Arten identisch.
Das schönere Ergebnis erhält man beim färben mit Hitze. 
Ist die Flotte ausgelaugt kann man die bereits abgekochten Nüsse wieder in die Flotte werfen und ein zweites aber auch drittes Mal auskochen.
Es lohnt die Flotte zu filtern, um Fleckenbildung zu reduzieren.

die von der grünen Schale befreite Nuss
Grüne Schalen bereit zum färben

der Nusskern

Flotte und Färbegut

 Die Brauntöne lassen sich wunderbar kombinieren :
erster und zweiter Zug in Kombination mit Naturschwarz und Blau


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Fleiß ist eine Tugend

Viele historische Textilien, rufen bei mir die Frage "Warum hat man das nur gemacht ?" hervor.
Wie zB. der Webpelz aus dem 11.Jahrhundert in Schleswig, die vielen Borten die aus spinnenfeinen Fäden in komplizierten Mustern gewoben sind, oder gar all die Stickereien. All diese Stücke verbindet ein hoher Arbeitsaufwand und großes Können, gepaart mit Erfahrung.
Wir, die oft Hausarbeit nach *Priorität und der Rest bleibt liegen* erledigen, stehen fassungslos davor - falls wir es erkennen. Denn unser Auge ist heute so viel schnell und preiswert Gemachtes gewohnt. Kleidung mit schnellen Overlocknähten in den Größen S- XL, egal wie die Bedürfnisse sind, füllen die Geschäfte. Es wird getrickst, geblendet, und wenn doch mal Hand angelegt wird, dann meist weit weg. So ist uns das Gefühl für die Mühe die in den alten Textilien steckt, verloren gegangen.

Wer Daheim sitzt und arbeitet, hat keine Zeit für Blödsinn.

Offensichtliche Fleißarbeit, drückt genau das aus, "seht her ich bin fleißig und tugendhaft !"
Viele historischen Textilien egal welcher Machart (Luxus oder ärmliches Alltagstextil) zeugen von Mühe und Sorgfalt. Die Rohstoffe waren begrenzt und hatten damit ihren Wert. Stoffe sind durchweg sorgfältig verarbeitet, die Garne gut gesponnen. Das Sackleinen des Mittelalters ist eine Mär. Ebenso grobe dicke Stoffe, grobe plumpe Nähte. In Zeiten ohne Maschinen galt es, so fein und gleichmäßig wie nur möglich zu arbeiten.
Viele unterschiedliche Nahtarten machten Kleidung komfortabel, der oft verwendete Überwendlichstich verbindet und versäubert gleichzeitig, macht die Kleidung langlebig.
Mit Maschinen lässt sich das schwer reproduzieren.
Textiler Fleiß über den einfachen Bedarf hinaus, und der damit verbundene Zeitaufwand, sind Luxusgut. Man muss neben den täglich anfallenden Arbeiten, genügend Muße, Licht und Wärme für diese Kunst haben. Ganz unabhängig davon, welche Materialien (das Minimum oder kostbarer Luxus) zur Verfügung standen.





Samstag, 15. Oktober 2016

Der Warberger Klappspiegel - der Dritte

oder wie mache ich aus einem Fundstück eine gebrauchsfertige Replik ?


Der Warberger Klappspiegel, er ist einfach mein Lieblingsstück.
Diesmal wird ihn eine Freundin bei ihrer Darstellung Langzeit testen, denn ich habe die Schnitzereien mit farbigem Wachs gefüllt. Ich habe Zweifel, ob Gebrauchsgegenstände mit pigmentiertem Wachs koloriert wurden. Erhalten haben sich aus der Kölner Beinschnitzerwerkstatt ausschließlich farbige Wachse in Rot, grün und Schwarz. Des weiteren gibt es Reste von Vergoldungen, und Klebstoffe in den Augen mancher Figuren, die auf kleine eingesetzte Steinchen hinweisen.
Beinschnitzereien aus anderen Epochen weisen andere Farben auf, gerade an den vielen Klapptäfelchen die nur ein wenig Später auf kommen, haben sich Malereien, ganz anderer Art erhalten. Die erhaltenen Farben aus dieser Machart finden sich allerdings immer an Kästen, nie an Gebrauchsgegenständen des Alltags.


Über meine Wachspasten hatte ich schon geschrieben. Das erhitzen an der Feuerstelle hat ganz gut geklappt, jedoch sind die Lichtbedingungen im Haus ungenügend, oder ich bin sie einfach nicht gewohnt. Vom Feuer weg genommen, kühlen die Töpfchen recht schnell aus. Überhaupt erfordert das Kolorieren mit Wachs, Geschwindigkeit und Routine.


Routine, ist wie immer ein gutes Stichwort. Matscht man zu viel Wachs, aufs Werkstück kratzt man ewig lange weg, um dann doch leichten Schmier auf dem Werkstück zu behalten.


In all den Jahren in denen mich die Klappspiegel dieser Zeit beschäftigen, habe ich noch keinen Blick oder Hinweis auf die Rückseite der Türchen finden können. Da das Glas gewölbt war, ist es sehr gut vorstellbar, das die Türchen Aussparungen hatten, um Platz fürs Glas zu schaffen. 

Bei meiner Variante, habe ich das Oval der Innentürchen mit Seide ausgekleidet. Sie ist dünn und trägt somit kaum auf, sie war das kostbare hippe Material der Zeit. Für die Reliquienkästen ist Seide als Innenverkleidung nachgewiesen.


Versuch 1 ist mir zu banal geraten, das gefällt mir gar nicht. Unversäubert, sieht zu unordentlich aus, also wieder raus lösen und versäubern.
Das wird allerdings warten müssen, bis ich eine extra ruhige Hand habe, Seide ist so gar nicht mein Material.

Fortsetzung folgt.